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Jeremias genannt “Jerry”

*20.08.1990

V18.05.2007

Ich suchte eine Zweitkatze für den Samson und machte mich auf die Suche. In der Zeitung erfuhr ich von Katzen, die zu verkaufen waren. Ich machte mich auf den Weg. Ein Junge von ca. 12 Jahren machte mir die Tür auf und zeigte mir die Kitten. Ich erschrak, denn es hatten bestimmt 4 Weibchen Kitten. So an die 18 bis 24 Kitten waren da in dem Zimmer. Ich ging in das Zimmer, um mir die Kitten anzusehen, als mir ein kleiner Bursche mauzend entgegen kam. Da ich keine Katze mit hellen oder gar weissen Pfoten haben wollte, schaute ich mir den Kleinen genau an. Ein kleines braunes Knäule war er und nicht ein weißes Haar an den Pfoten war zu sehen. Ich setzte ihn auf das Etagenbett und schaute mir die anderen Kitten an, denn ich sollte für einen Arbeitskollegen auch einen kleinen Kater kaufen. Ich schaute mich nach einem anderen kleinen Burschen um, denn mir war klar, der Kleine auf dem Bett gehörte mir. Schnell war sein Bruder gefunden und ich nahm die Beiden mit nach Hause. Zu Hause angekommen bekämpfte Samson Jerrys Bruder. Somit wusste ich, dass Jerry doch der richtige Kater war.

Am nächsten Tag brachte ich Jerrys Bruder zu seinem eigentlichen Dosenöffner auf Lebenszeit, wo er auch glücklich lebte.

Jerry lebte sich sehr schnell ein und war sehr verschmust. Nach kurzer Zeit bemerkte ich, das der arme kleine Kerl nicht ganz alleine zu mir kam, sondern mit ihm auch noch ungebetene Gäste - Flöhe! Bis ich die aus ihm raus hatte und die Wohnung auch wieder Floh frei hatte, verging eine lange Zeit.

Jerry war etwas ganz Besonderes, auch wenn er nach Samsons Tod nie wieder gerne eine andere Katze um sich hatte und wenn dann auch nur geduldet. Nur eine einzige Sache in seinem Leben nahm mir Jerry übel. Als ich 1998 meine Tochter Justine gebar und mit ihr nach Hause kam, mochte mich Jerry lange Zeit nicht mehr. Er war sehr beleidigt gewesen. Das waren die schlimmsten 6 Wochen, die ich hatte, denn Jerry wollte nicht mal mehr von mir gestreichelt werden.

So lebten wir viele Jahre zusammen und haben viel erlebt. Immer ist er mit Freude umgezogen und erforschte immer schnell seine neue Umgebung. In seinen letzten Jahren wurde er immer anhänglicher und wir sind sogar so manches Mal zusammen spazieren gegangen. Auch durfte er in den letzten 3 Lebensjahren immer nach draußen gehen, wenn er wollte und entpuppte sich selbst im hohen Alter als guter Jäger. Der Hof auf dem wir lebten war Spitzmäuse frei.

Er spürte, wenn es mir nicht gut ging und war mein Tröster. Er redete mit jedem gerne und begrüßte alle Menschen, die zu uns zu Besuch kamen. Nie hat er auch nur mit den Krallen gekratzt und nie hat er einen im Spiel mit Absicht verletzt. Es tat ihm sogar leid, wenn im Eifer des Kampfes, ich mich an seinen Krallen verletzte. Er hörte immer sofort auf zu spielen.

Nun wurde Jerry krank und nahm innerhalb von einem halben Jahr über 2 kg ab. Der Tierarzt sagte, dass er nierenkrank ist und nichts mehr zu machen sei. Er gab ihm Aufbaufutter, welches Jerry nicht fraß und ich versuchte alles um ihn wieder aufzubauen. Ich verwöhnte ihn, wo ich nur konnte und musste doch zusehen, wie er immer dünner wurde. Ich wünschte mir oft in dieser Zeit, er würde von alleine von mir gehen, aber er wollte einfach nicht gehen, denn er spürte, dass ich ihn noch ganz doll brauchte. Ich war gerade im Umbruch und stelle mein Leben um. Es war schon eine sehr schwere Zeit und Jerry wollte mich nicht alleine lassen.
Als er nur noch 2,25 kg wog, konnte ich nicht mehr zulassen, dass er noch weiter sich so auszehrt. Schweren Herzens nahm ich mir meinen Jerry, der mich so lieb noch an der Tür begrüßte und fuhr mit ihm zum Tierarzt. Dieser sagte nur noch, dass Jerry nie wieder gesund werden würde und er es auch besser fände, wenn Jerry über die Brücke nun geht. Jerry hatte keine Schmerzen und war bis zum Schluss meine kleine “Schnurrmaschine”.
In meinen Armen ist er friedlich eingeschlafen und wenn ich mir auch so sehr gewünscht hätte, dass er noch einen letzten Umzug mit mir mit machen würde, so ließ ich ihn doch in Schenefeld zurück.

Ich werde dich immer vermissen, nun lauf über deine Wiese und fang ganz viele Mäuse, mein kleiner Schatz.

Jerry und Lucy, gemeinsam ein seltener Anblick gewesen